Das Wichtigste in Kürze
- Ein Longevity-Check-up umfasst meist Anamnese, Fragebögen, Labor, Funktionstests, eventuell Bildgebung, Auswertung, Arztgespräch und Plan.
- Je nach Umfang dauert er wenige Stunden bis einen Tag; manche Ergebnisse folgen später.
- Zur Blutabnahme meist nüchtern erscheinen und die Einnahme von Medikamenten vorher mit der Praxis klären.
- Der GKV-Check-up ab 35 bleibt die Basis – ein Longevity-Check-up ergänzt ihn als Selbstzahlerleistung.
Inhalt dieser Seite
Ein Longevity-Check-up soll mehr leisten als eine Routineuntersuchung: Er soll Risiken früh sichtbar machen, die körperliche Leistungsfähigkeit erfassen und in einen persönlichen Plan münden. Einen einheitlichen Standard gibt es nicht, die meisten Programme folgen aber einem ähnlichen Muster. Diese Seite beschreibt die typischen Schritte, damit Sie Angebote vergleichen und sich gut vorbereiten können.
Longevity-Check-up: der Ablauf in acht Schritten
1. Ziele und Anamnese
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Was möchten Sie wissen, was beschäftigt Sie? Gefragt wird nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Erkrankungen in der Familie – etwa frühen Herzinfarkten, Krebs oder Diabetes – sowie nach Rauchen, Alkohol, Bewegung, Schlaf und Stress. Diese Anamnese entscheidet, welche Untersuchungen in Ihrem Fall sinnvoll sind.
2. Fragebögen
Viele Programme ergänzen das Gespräch um standardisierte Fragebögen, oft vorab online. Sie erfassen etwa Schlafqualität, Stimmung, Ernährung und körperliche Aktivität. Fragen Sie dabei, wo Ihre Angaben gespeichert werden: Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert.
3. Labor
Die Blutabnahme erfolgt meist morgens und nüchtern. Zur Basis gehören Blutfette, Blutzucker, Nieren- und Leberwerte sowie das Blutbild; je nach Ziel kommen HbA1c, ApoB, Lipoprotein(a) oder hs-CRP hinzu. Welche Laborwerte typischerweise dazugehören, zeigt die Übersicht der wichtigsten Blutwerte ab 40 – samt Fragen für Ihr Arztgespräch. Genetische Untersuchungen zu medizinischen Zwecken sind nur nach ärztlicher Aufklärung Teil des Programms; das Gendiagnostikgesetz behält sie in Deutschland Ärztinnen und Ärzten vor.
4. Fitness- und Funktionstests
Bei der Spiroergometrie treten oder laufen Sie unter steigender Belastung, während eine Maske die Atemgase misst – so wird die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) bestimmt. Dazu kommen häufig Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Griffkraft, Gleichgewicht und eine Messung der Körperzusammensetzung. Ausdauerfitness und Griffkraft hängen in großen Beobachtungsstudien eng mit der Lebenserwartung zusammen und lassen sich gezielt trainieren.
5. Bildgebung, wenn sinnvoll
Je nach Programm folgen Ultraschalluntersuchungen, etwa von Bauchorganen, Halsschlagadern oder Herz, oder eine Knochendichtemessung. Ein Ganzkörper-MRT bieten manche Anbieter als Paket an. Für Gesunde ohne erhöhtes Risiko reicht die Datenlage nicht aus, um es zu empfehlen; Zufallsbefunde sind häufig und ziehen oft weitere Untersuchungen nach sich. Bildgebung sollte deshalb einer konkreten Frage folgen.
6. Auswertung
Laborwerte liegen meist nach wenigen Tagen vor, spezielle Analysen später. Gute Programme führen alle Ergebnisse in einem verständlichen Bericht zusammen, nennen Referenzbereiche und markieren, was auffällig ist und was nicht. Manche ergänzen Schätzwerte wie das biologische Alter; worauf es dabei ankommt, erklärt die Seite biologisches Alter messen lassen.
Check-ups neu gedacht – live vorgestellt
Wie Gesundheitschecks, Diagnostik und Verlaufskontrolle auf einer ärztlich geführten Plattform zusammenfinden sollen, zeigen Roadshow-Abende und Online-Präsentationen. Die Termine sehen Sie nach der kostenlosen Registrierung.
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7. Ärztliches Gespräch
Im Abschlussgespräch erläutert eine Ärztin oder ein Arzt die Ergebnisse, setzt Prioritäten und bespricht, ob weitere Abklärung nötig ist. Einzelwerte werden dabei im Zusammenhang bewertet, nicht isoliert. Was eine ärztlich geführte Longevity-Medizin ausmacht, beschreibt eine eigene Seite. Lassen Sie sich alle Befunde schriftlich aushändigen.
8. Plan und Kontrolle
Am Ende steht ein Plan mit wenigen, konkreten Schritten – etwa zu Bewegung, Ernährung, Schlaf oder Rauchstopp – und Terminen für Kontrollmessungen. Für Verläufe gilt: dieselben Methoden, dasselbe Labor. Im Alltag können Wearables Trends sichtbar machen; wie Sie solche Daten sinnvoll nutzen, erklärt der Ratgeber zum Thema Wearables und Gesundheitsdaten.
Wie lange dauert ein Longevity-Check-up?
Die Untersuchungen selbst dauern je nach Umfang einige Stunden bis zu einem ganzen Tag. Umfangreiche Programme verteilen sie auf zwei Termine: Blutabnahme und Tests zuerst, das Ergebnisgespräch, wenn alle Befunde vorliegen. Planen Sie nach einer Spiroergometrie etwas Erholungszeit ein.
Vorbereitung: Was Sie beachten und mitbringen sollten
Für die Blutabnahme sollten Sie meist nüchtern sein; die AOK empfiehlt für den Check-up zwölf Stunden ohne Essen und kalorienhaltige Getränke. Verzichten Sie am Vortag auf sehr intensives Training und klären Sie die Einnahme Ihrer Medikamente mit der Praxis. Bei einem Infekt verschieben Sie den Termin besser.
Checkliste „Mitbringen“:
- [ ] Versichertenkarte und Ausweis
- [ ] Medikamentenplan einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln
- [ ] Frühere Befunde: Laborwerte, Arztbriefe, Bildgebung
- [ ] Impfpass
- [ ] Notizen zu Erkrankungen in der Familie
- [ ] Sportkleidung und Turnschuhe für Belastungstests
- [ ] Blutdruck- oder Wearable-Daten der letzten Wochen
- [ ] Ihre Fragen und Ziele, schriftlich notiert
- [ ] Etwas zu essen für die Zeit nach der nüchternen Blutabnahme
Longevity-Check-up oder GKV-Check-up ab 35?
| Merkmal | GKV-Check-up ab 35 | Longevity-Check-up |
|---|---|---|
| Kosten | Leistung der Krankenkasse | meist Selbstzahlerleistung |
| Häufigkeit | alle drei Jahre | nach Vereinbarung |
| Labor | Lipidprofil, Blutzucker, Urin; einmalig Hepatitis B und C | erweitert, z. B. HbA1c, ApoB, Lipoprotein(a), Organwerte |
| Fitness | keine Leistungsdiagnostik | oft Spiroergometrie, Kraft- und Gleichgewichtstests |
| Bildgebung | Männer ab 65: einmalig Ultraschall der Bauchschlagader | je nach Programm |
| Grundlage | Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses | Konzept des Anbieters, Evidenz unterschiedlich |
Der Check-up der Krankenkassen umfasst außerdem Anamnese mit Impfstatus, körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung und eine Beratung. Er bleibt die Basis; ein Longevity-Check-up kann ihn ergänzen, nicht ersetzen. Welche Vorsorgeleistungen es darüber hinaus gibt, erklärt die Seite zur Präventivmedizin. Wie viel einzelne Bausteine kosten, zeigt der Überblick zu den Kosten in der Longevity-Medizin.
Woran erkennen Sie ein seriöses Angebot?
- Ärztliche Verantwortung: Eine Ärztin oder ein Arzt legt die Untersuchungen fest und bespricht die Befunde mit Ihnen.
- Begründete Auswahl: Jede Untersuchung sollte zu Ihrer Vorgeschichte und Ihrer Frage passen, nicht nur zum Paket.
- Transparente Kosten: Leistungen und Preise stehen vorab schriftlich fest, ärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung abgerechnet.
- Befunde zum Mitnehmen: Sie erhalten alle Ergebnisse schriftlich und können sie in Ihrer hausärztlichen Praxis weiterverwenden.
- Keine Kaufpflicht: Das Ergebnis mündet nicht automatisch in Folgeprodukte oder Abonnements.
Für wen lohnt sich ein Longevity-Check-up?
Sinnvoll kann er sein, wenn Sie Ihre Risiken umfassend kennen und daraus einen Plan ableiten möchten, nach längerer Pause wieder mit Sport beginnen oder eine familiäre Vorbelastung haben. Weniger geeignet ist er als Ersatz für die Abklärung akuter Beschwerden – dafür ist die hausärztliche Praxis der richtige Weg. Einen Überblick über einzelne Untersuchungen bietet die Seite zum Longevity-Test. Wer Vorerkrankungen hat, regelmäßig Medikamente einnimmt oder schwanger ist, stimmt das Programm am besten vorab ärztlich ab.
Der nächste Schritt: live erleben
„Ihre Gesundheit verändert sich – Ihre Strategie sollte es auch.“ Mit diesem Gedanken beschreibt Genymos, Produktpartner der STG, den geplanten Kreislauf aus Messen, Einordnen, Handeln und Verlaufskontrolle – ein Ansatz, bei dem die Kontrolle nicht mit einem einzelnen Termin endet. Vorgestellt wird das Konzept der Plattform, die sich in der Pre-Launch-Phase befindet, an Roadshow-Abenden und in Online-Präsentationen, ergänzt um den Zukunftsmarkt Longevity und Perspektiven für Unternehmer.
Mit der kostenlosen Registrierung, die laut AGB unternehmerisch Tätigen offensteht, sehen Sie im Backoffice alle Termine. Die Plätze sind je Termin begrenzt.
Häufige Fragen zu Longevity Check-up Ablauf
Was kostet ein Longevity-Check-up?
Die Preise hängen stark vom Umfang ab und sind meist Selbstzahlerleistungen. Zur Orientierung: Für eine sportmedizinische Komplettuntersuchung inklusive Spiroergometrie und Herzultraschall nennt eine universitäre Hochschulambulanz 470 Euro (Stand 2026); ein Ganzkörper-MRT liegt laut Apotheken Umschau bei etwa 1.000 bis 3.000 Euro. Fragen Sie vorab nach einem schriftlichen Kostenvoranschlag.
Wie lange dauert ein Longevity-Check-up?
Die Untersuchungen selbst dauern je nach Programm einige Stunden bis zu einem ganzen Tag, manchmal verteilt auf zwei Termine. Laborwerte liegen oft nach wenigen Tagen vor, spezielle Analysen wie epigenetische Tests brauchen länger. Das abschließende ärztliche Gespräch findet deshalb häufig in einem eigenen Termin statt.
Muss ich nüchtern zum Check-up kommen?
Für die Blutabnahme in der Regel ja, vor allem wegen des Nüchternblutzuckers. Laut AOK sollten Sie für den Gesundheits-Check-up zwölf Stunden lang auf Essen sowie auf fett- und kalorienhaltige Getränke verzichten. Wasser ist meist erlaubt. Klären Sie mit der Praxis, wie Sie Ihre Medikamente an diesem Tag einnehmen sollen.
Ersetzt ein Longevity-Check-up die Vorsorge der Krankenkasse?
Nein. Der Gesundheits-Check-up und die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen der Krankenkassen beruhen auf geprüften Richtlinien und bleiben die Basis. Ein Longevity-Check-up kann sie ergänzen, etwa um Fitnesstests oder zusätzliche Laborwerte. Gerade bei der Krebsfrüherkennung gelten die etablierten Programme weiterhin als empfohlener Weg.
Wie oft sollte man einen Longevity-Check-up machen?
Einen festen Standard gibt es nicht. Sinnvoll ist, das Intervall an den Befunden auszurichten: Auffällige Werte werden früher kontrolliert, unauffällige seltener, und manche Werte wie Lipoprotein(a) genügen einmal. Den Check-up der Krankenkassen können Sie ab 35 alle drei Jahre nutzen. Besprechen Sie den passenden Rhythmus ärztlich.
Quellen
- Gesundheits-Check-up – Bundesministerium für Gesundheit (2026)
- Gesundheits-Check-up: Vorsorgeuntersuchung für Erwachsene – AOK – Die Gesundheitskasse (2026)
- Komplexe sportmedizinische Gesundheitsuntersuchung – Universität Potsdam, Hochschulambulanz (2026)
- Was eine Ganzkörper-MRT wirklich leisten kann und wo ihre Grenzen liegen – Apotheken Umschau (2026)
- Association of Cardiorespiratory Fitness With Long-term Mortality Among Adults Undergoing Exercise Treadmill Testing – JAMA Network Open (Mandsager K. et al.) (2018)
- Prognostic value of grip strength: findings from the Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study – The Lancet (Leong D. P. et al.) (2015)
- Gendiagnostikgesetz (GenDG), § 7 Arztvorbehalt – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de (2009)
Stand: 4. November 2026 · Redaktion longevity-firma.de. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Hinweise zu Fehlern nehmen wir gern über die Kontaktdaten im Impressum entgegen.

